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Asien benotigt eine ASEAN-isierung und keine Pakistan-isierung des Kontinentes Asien benotigt eine ASEAN-isierung und keine Pakistan-isierung des Kontinentes
by Dr. Anis H. Bajrektarevic
2013-06-03 10:31:02
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Asien benötigt eine ASEAN-isierung und keine Pakistan-isierung des Kontinentes

Was China in Asien will: 1975 oder 1908? – eine Ergänzung

(Kanonenboot-Diplomatie im Süd- und Ostchinesischen Meer– ein sino-strategischer Irrtum)

Die letzten maritimen Auseinandersetzungen im Süd- und Ostchinesischen Meer haben gezeigt, dass Peking die emotionale Aufladung, die der territoriale Konflikt mit sich bringt, völlig unterschätzt hat. Die Nachbarländer ziehen ihren Nutzen daraus und stellen diese Friktion in den Vordergrund um die Öffentlichkeit von ihren eigenen, drängenden, innerstaatlichen, sozio-ökonomischen und politischen Problemen abzulenken. Diese neu belebte nationalistische Rhetorik regt ein Klima an, in dem es ein leichtes wäre, Asien der nächsten Dekade zu berauben.

was01_400Die Spekulationen über eine vermeintlich, zweipolige Welt von morgen (die sogenannten G-2, China vs. USA), sollten nicht zum asiatischen Dilemma werden. In erster Linie sollte es ein Anliegen des Westens sein, der letzten Endes mit Investitionen und Produktionsverlagerungen die Überhitzung Chinas eingeleitet hat. Auch wenn verzerrende Geräusche über eine mögliche zukünftige G-2 Welt lauter werden, bleibt das zentrale Sicherheitsproblem in Asien das Selbe: Die Abwesenheit eines allumspannenden, multilateralen Rahmens am größten Kontinent der Erde.

*             *             *             *

An der östlichen, aufsteigenden Flanke des eurasischen Kontinents befindest das überhitze China das bereits zu gut in das Petrodollar-System integriert ist. Derzeit ist es Peking jedoch nicht möglich Ressourcen zur Forschung nach Alternativen bereitzustellen. (Die Chinesische Wirtschaft lebt nach wie vor von Niedriglöhnen und arbeitsintensiven Industrien. Die Erträge sind hochgradig von Exporten abhängig und die Reserven bestehen überwiegend aus USD und US-Staatsanleihen.) Um sich als sozio-politische und wirtschaftlich gut funktionierende Einheit zu behaupten benötigt die Volksrepublik mehr Energie und weniger externe Abhängigkeit.[1] National ist der demographische Wanderungsdruck sehr groß, die regionale Nachfrage hoch, und die Erwartungen riesig.[2] Zieht man Chinas besten externen Energieabhängigkeits-Equalizer in Betracht, so scheint es, dass China sich mehr der militärischen Aufrüstung, als den Investitionen in alternativer Energie bzw „Green Tech“ zuwendet – da die Republik keine Zeit, Pläne oder Ressourcen hat um beides auf einmal zu tun. Die Nichtbeachtung des Gesamtbildes lässt China (fälschlicherweise) glauben, dass eine andauernde Eindämmung, vor allem im Südchinesischen Meer untragbar ist und dass – zur selben Zeit – fossile Brennstoffe (z.B. in Afrika und im Golf) mit dem Einsatz von Kampfschiffen sogar billiger zu haben sind.[3]

Die bevorstehende Aufstockung der chinesischen Streitkräfte wird nicht nur existierende, bilaterale Sicherheitsabkommen[4] stärken, sondern auch den Weg für neue Abkommen mit den Nachbarländern, insbesondere aber mit den USA, öffnen – denn niemand in Asien möchte heutzutage ein „passiver Downloader“ sein. Letztendlich kann dies zu einer politisch-militärischen Isolation (sowie finanziellen Belastung) Chinas führen, was wiederum die verstärkte amerikanische Präsenz im Asien-Pazifik Raum, vor allem aber im Süd- und Ostchinesischen Meer, rechtfertigen und den (politischen und finanziellen) Preis senken würde. All das führt zu einer verstärkten Dämonisierung Chinas in einigen der einflussreichsten westlichen Medien.[5]

Aus diesem Grund ist die chinesische Jagd nach fossilen Brennstoffen, oder der militärische Wettstreit um die Seeherrschaft, eher ein Vorteil als eine Herausforderung für US-Asien-Pazifik. Auch die Feinabstimmung ihrer rückläufigen Übersee Projektionen und Einsätze – andere würden es als Management eines sinkenden Imperiums bezeichnen – lässt die USA nicht ermüden, die Wichtigkeit des Südchinesischen Meeres als Handelsumschlagplatz hervorzuheben. Somit wird die USA regionale Gebietsansprüche und anderen Friktionen zu ihrem eigenen Sicherheitsvorteil ausnutzen (inkl. Kosten der Militärpräsenz) um ihre zentrale Rolle im maritimen Asien, das sich vom Persischen Golf über den Indischen Ozean, Malacca, dem Süd- und Ostchinesischen Meer bis in den Nordwest- und Zentralpazifik erstreckt, auszubauen.

Agiert China derzeit als „de facto“ Geldbeschaffer der USA?

Die Optimierung der (moralischen, politischen und finanziellen) Kosten um national- strategische Ziele zu erreichen, ist immer eine große Herausforderung. In diesem Fall wäre es ein entschlossenes Peking, das sich grüner Technologie, gekoppelt mit dem beständigen Ausbau asiatischer Multilateralität, zuwendet. Denn ohne eine Annäherung an die Meister der Multilateralität in Asien, nämlich Indonesien, Indien und Japan, wird sich China niemals ernsthaft entwickeln können und als eindrucksvolle, anhaltende und vertrauenswürdige Wirtschaftsmacht akzeptiert werden.[6] Folglich, braucht China (in Asien) kein Rennen um die Seeherrschaft von 1908, sondern den Helsinki Prozess von 1975. Im Gegenzug braucht Asien (von China und Japan) eine ASEAN-isierung und keine Pakistan-isierung des Kontinents.[7]

Unabhängig von der Entscheidung – wird eine jede strategische Wahl im dynamischen Asien-Pazifik Theater nachhallen.[8] Die Botschaften jedoch sind diametral: Ein durchsetzungsfähiges Militär – entfremdet, eine neue Technologie – verbindet (zieht Nachbarn an). Denn schlussendlich sind es die Armeen, die erobern (und Geld ausgeben) während es die Technologien sind, die aufbauen (und Geld verdienen)! Im Moment würde eine verstärkte Aufrüstung in der Region nur dem so-genannten Kohlenwasserstoff Status Quo den Rücken stärken und im Gegenzug indirekt zur globalen Verstummung der Verbraucher im Bezug auf rekordhohe Ölpreise beitragen.

Mit der gegenwärtigen Anordnung ist es schwer vorstellbar, dass jemand in der Lage sein wird, die USA in Sachen (Petro-)Sicherheit, (Petro-)Finanzierung und (Petro-)Militär in den nächsten Jahrzenten das Wasser zu reichen. Angesichts der planetarischen petro-finanziellen-medialen-technologischen-militärischen kausalen Konstellationen würden nur die USA und die engsten ihrer Verbündeten von dieser Art der Konfrontation profitieren. Chinas Verteidigung ist überideologisiert und unterkapitalisiert, technologisch veraltet und wenig innovativ während die USA über eine größtenteils privatisierte, hocheffiziente, einsetzbare und höchst innovative Verteidigungsstruktur verfügen. Sogar im Sicherheitsberiech ist Chinas größtes Problem daher die überproportional große Technologie-Lücke. (Mao) Chinas Armee war nicht dazu gedacht und (von Deng und seinen Nachfolgern) aufrechterhalten um externen Zwecken zu dienen. Sie war und ist ein ideologisches Unternehmen der Kohäsion, eine wesentliche Zentrifugalkraft um die territoriale Integrität dieses Land-Kolosses zu bewahren.

Innerhalb der OECD/IEA Gruppierung, oder genauer gesagt, innerhalb der G8 (Staaten mit Ressourcen, Infrastruktur, Tradition und Wissen um technologische Durchbrüche voranzutreiben), ist es nur Japan dass eine 180 Grad-Wende in Richtung Grüne/Erneuerbare Energie ernsthaft in Betracht ziehen könnte, denn Japans Abhängigkeit von externen Energieressourcen ist groß und bereits langanhaltend. Das Land wird noch einige Jahre brauchen um den (psychologischen und wirtschaftlichen) Schock des verheerenden Unglücks im März 2011 zu verarbeiten – aber es wird seine Lektion lernen. Denn für so eine beeindruckende Volkswirtschaft und beträchtliche Demographie, situiert auf einer vergleichsweise kleinen Landmasse und wiederholt heimgesucht von verheerenden Naturkatastrophen (und abhängig von einer weiteren störenden externen Kraft – dem arabischem Öl), ist ein entscheidender Wechsel in Richtung Grüner Energie der einzige Weg um zu überleben und um sich schlussendlich zu emanzipieren.

Ein wichtiger Bestandteil des US-Japanischen Sicherheitsabkommens ist die US-Sicherheitsgarantie der Energieversorgungsleitungen. Doch das Erdbeben-Tsunami-Strahlen Armageddon, sowie die chinesischen Bestrebungen im Süd- und Ostchinesischen Meer, fordern Japan unweigerlich auf, seine Energiepolitik und die Zusammensetzung seines Energiemix zu überdenken.

Tokio ist sich der asiatischen Kurzsichtigkeit bewusst, denn viele Staaten beschränken sich entweder auf deren eigene Region oder sind von wirtschaftlichem Egoismus geprägt. Letztlich ist Japan das einzige asiatische Land das von seiner jüngeren Geschichte und den Grenzen der Machtprojektion sowie den daraus resultierenden abstoßenden Folgen seiner Nachbarn, gelernt hat. Ihre eigene prä-modernen und modernen Geschichten bieten keine ähnlichen Erfahrungen für die zwei anderen asiatischen Schwergewichte: China und Indien. Das signalisiert, dass der Ferne Osten sich wahrscheinlich als Experte für Grüne Technologie etablieren kann (und die ASEAN als Gravitationszentrum in Hinsicht auf konsolidiertem, diplomatischem und sozio-politischem Handeln) und für viele Asiaten auch in Zukunft ein Ort der Anziehung sein wird.

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Anis H. Bajrektarevic, Geopolitics of Energy Editorial Member - Chairperson for Intl. Law & Global Pol. Studies - Vienna, 08 Oct 12

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Der gegenwärtige Text ist eine Ergänzung zum vorhergegangen Strategiepapier: What China wants in Asia: 1975 or 1908? (Gunboat diplomacy in South China Sea – Chinese strategic mistake), erstmalig publiziert von der China Daily Mail (20. Mai 2012). 

From the English original What China wants for Asia 1975 or 1908 translated by: Bianca Langer and Anna Schuberth



[1] China’s wirtschaftlicher Aufschwung wurde größtenteils durch die Produktionsverlagerungen des Westens vorangetrieben. Die USA, die EU, Japan, Taiwan, Korea, Singapur, und andere asiatische sowie nicht-asiatische OECD Länder sehen China’s Küstenregionen als deren industrielle Vorstädte an. Eine Frage bleibt jedoch offen: In welchem Ausmaß wirkt sich der von außen diktierte Wachstum auf den inneren Zirkel der Volksrepublik aus?

[2] Der geopolitische Event des Jahres steht uns jedoch noch bevor. Der 18. Kongress der Kommunistischen Partei China’s wird bald über die Nachfolge der nächsten 10 Jahre entscheiden. In der verschwiegenen und undurchsichtigen Welt der KP Entscheidungsträger stellt sich der anhaltende Wettbewerb zwischen den taizi dang und den tuanpai als wichtig dar, auch wenn das nicht der einzige ideologisch und sozio-politische Machtkampf im zukünftigen China sein wird.

[3] China konnte seinen Status als zentrale Marine-Macht seit der Demontage der glorreichen „Schatzflotte“ von Admiral Zhèng Hé im Jahr 1433 nie mehr zurückerlangen.

[4] Mehr Bilateralität (ausgelöst durch Unilateralität) bedeutet nicht nur weniger Multilateralität – in erster Linie ist es ein Rückschlag für jede Emanzipation des Kontinents.

[5] Ende September 2012 hat China seinen ersten Flugzeugträger (den Liaoning), mit unzähligen Paraden im Inland und großer Besorgnis im Ausland, in den Dienst gestellt. Die Medien haben uns jedoch drei wichtige Details unterschlagen: (i) dieses, noch in der Sowjetunion gebaute, Schiff ist über 20 Jahre alt (und wurde 1998 von der Ukraine gekauft); (ii) die Landebahn an Deck unterstützt keine Flugzeuglandungen; (iii) und China’s Prestige-Kampfjet, der J-8, (eine Imitation des Sowjetischen MIG 23s, 30-Jahre alte Technologie) ist nicht für Landungen auf Flugzeugträgern konzipier. Aus (militär-) technologischer Sicht liegt China immer noch weit zurück, wo zB Japan vor ca. 80 Jahren stand – denn der Liaoning-Träger ist weder selbstgebaut noch von praktischem Nutzen für die Sino-Marine oder ihre Luftstreitkräfte.

[6] Mehr zur pan-asiatischen Sicherheitsstruktur und präventiver  Diplomatie: Bajrektarevic, A. (2011) No Asian century without the pan-Asian Institution, GHIR (Geopolitics, History, and Intl. Relations) 3 (2) 2011, Addleton Publishers NY

[7] Ein ASEAN Gipfel im Juni 2012 ist zum ersten Mal in seiner 45-jährigen Geschichte daran gescheitert, auf Grund einer Uneinigkeit über den Wortlaut eines Paragraphen, die Gebietsansprüche des Südchinesischen Meer betreffend, ein Communiqué zu verfassen. Kambodscha, das derzeit den ASEAN-Vorsitz innehat, wird von einigen Mitgliedsstaaten der Blockadepolitik zum Vorteil seines Verbündeten (China) beschuldigt. Die Gegenoffensive der ASEAN, (hauptsächlich) vorangetrieben vom Indonesischen Außenministerium, hat bereits begonnen. Einer der Verhandlungsführer hat mir erst kürzlich in Jakarta erzählt: „Unstimmigkeiten bzw einseitige Aktionen, das Südchinesische Meer betreffend, stellen die größte Bedrohung für den Südost-Asiatischen Verband dar.“ Die Ansichten die mit mir in Kuala Lumpur und Bangkok diesen Herbst geteilt wurden, spiegeln die Sorgen in Jakarta wieder: „Die scheinbare Angewohnheit von Großmächten – sei es China oder die USA – Länder als Verbündete oder Feinde zu definieren ist abzulehnen,…, denn das provoziert die Divisionen der ASEAN.“

[8] Historisch gesehen, hatten Europa und Asien schwache Zentren auf die, traditionell von den peripheren Zonen, Druck ausgeübt worden ist. Mit einem erstarkenden Deutschland im 19. Jahrhundert (Bismarck’s Preußen) und Deng’s China im 20. Jahrhundert hat das Zentrum zum ersten Mal in der modernen Geschichte angefangen, die peripheren Zonen unter Druck zu setzen. Eines der größten Sicherheitsdilemmas zwischen Bismarck und dem Helsinki Prozess war die Frage über „Wie viel Deutschland Europa braucht um sein inneres Gleichgewicht und den Frieden zu erhalten“. Europa und die Welt haben (in zwei Weltkriegen) einen enormen Preis bezahlt um das herauszufinden. Die bitteren Erinnerungen an den Nazismus stecken immer noch in Körper und Seele des Kontinents – war die neuzeitliche Vereinigung Deutschland‘s doch nur auf Grund des Helsinki Prozesses möglich.

 


   
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